• Skip to primary navigation
  • Skip to main content
  • Skip to primary sidebar
  • Skip to footer
jacqueline-fehr.blog Logo

jacqueline-fehr.blog - Blog von Jacqueline Fehr

  • Home
  • Archiv
  • Über Jacqueline Fehr

Von Moral und Unmoral: der SVP-Präsident und das Impfen

9. November 2021 1 Kommentar

Diese Woche ist nationale Impfwoche – eine gute Gelegenheit für alle noch Ungeimpften! Ein landesweiter Impfaufruf aller Präsidenten der grösseren Parteien kam aber leider nicht zu Stande. Der SVP-Präsident wollte nicht mitmachen. Schade? Ja. Und dazu unmoralisch.

Gestern Montag startete die nationale Impfwoche. Nach wie vor sind wir mit unserer Impfquote nicht dort, wo wir sein sollten, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Deshalb mein Wunsch an Sie: Falls Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, noch nicht geimpft sein sollten – packen Sie die Gelegenheit und lassen Sie sich impfen! Sie schützen sich damit vor schweren Krankheitsverläufen. Und Sie schützen auch Ihre Mitmenschen. Zudem erleichtern Sie sich Ihren Alltag – und helfen mit, dass wir bald die bestehenden Massnahmen aufheben und zur Normalität zurückkehren können.

Die Wirkung von Impfaktionen ist umso grösser, wenn diese von einer breiten Allianz getragen werden. Deshalb entstand die Idee, die Präsidentinnen und Präsidenten der grösseren Parteien könnten gemeinsam einen Impfaufruf formulieren. Ansporn zum überparteilichen Effort sei die Hoffnung gewesen, «dass wenigstens die Impfung nicht für parteipolitische Spiele missbraucht» werde, sagte SP-Co-Präsident Cédric Wermuth in der «SonntagsZeitung».

Leider hat sich die Hoffnung nicht erfüllt: Der SVP-Präsident will nicht, weshalb der Aufruf ohne ihn realisiert werden musste. Zur Begründung sagte der SVP-Chef, seine Partei lehne «den moralischen Druck» ab, den die übrigen Präsidenten mit dem Aufruf aufbauen wollten.

Wie im Feudalismus

Damit stellt sich wieder einmal die Frage: Was ist «Moral»? Wer handelt «moralisch»?

Die SVP-Parteiführung handelt aktuell so: Die Parteielite im Bundeshaus ist doppelt geimpft. Ihren Anhängerinnen und Anhängern sagen sie aber: «Es ist völlig ok, wenn Ihr Euch nicht impft.» Oder sogar mehr als ok: Die nationalen Wortführer der Partei stilisieren die Impfverweigerer zu Freiheitshelden, welche sich dem angeblichen Diktat der Behörden entgegenstellen.

Mir kommt das ein bisschen vor wie im Feudalismus: Die Anführer sitzen in der warmen Stube und erklären dem «normalen» Volk, es sei ganz ok, wenn man bei minus 10 Grad barfuss unterwegs sei.

Die SVP-Führung setzt mit ihrer Botschaft ihre Anhängerinnen und Anhänger wissentlich einem ernsten gesundheitlichen Risiko aus.

Populistischer Antrieb

Der «Moral»-Begriff  stammt vom lateinischen Wort «moralis» ab und bedeutet «die Sitten betreffend». Als «Moral» werden die Werte und Regeln bezeichnet, die in einer Gesellschaft allgemein anerkannt sind.

Insofern: Dass ein Aufruf an die Bevölkerung, die eigene Gesundheit und damit auch die Gesundheit der Mitmenschen zu schützen, eine moralische Dimension hat – das trifft zu. Da hat der SVP-Präsident Recht.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Parteiexponenten, die sich um einen Impfeffort foutieren, unmoralisch handeln – zumal, wenn sie sich selber gesundheitlich längst in Sicherheit gebracht haben und mithin allein von populistischen Motiven getrieben sind.

Respekt vor den Fakten

Ich habe – selbstverständlich – nichts gegen den politischen Fight. Im Gegenteil: Ich debattiere gern. Gleichzeitig würde ich es aber schon sehr begrüssen, wenn ein paar Grundregeln der politischen Auseinandersetzung von allen Beteiligten ernst genommen würden. Zum Beispiel die Regel, dass wir uns als Politikerinnen und Politiker um eine minimale inhaltliche Logik bemühen und allzu eklatante Widersprüche vermeiden sollten.

Tröstlich (und bezeichnend!) ist, dass jene SVP-Vertreterinnen und -Vertreter, die im Gesundheitsbereich Verantwortung tragen, sich mit grosser Energie fürs Impfen einsetzen – ich denke an meine Kollegin in unserer Zürcher Regierung. Oder an den SVP-Gesundheitsdirektor bei den Nachbarn in Aargau.

Dass letzterer mit seinen Argumenten für das Covid-Gesetz bei seiner eigenen kantonalen Parteibasis Gehör fand und eine Ja-Mehrheit erreichte, macht deutlich: Offenbar wünsche nicht nur ich mir von der aktuellen Politik etwas mehr Respekt vor Fakten und Tatsachen. Offenbar wird dieser Respekt auch von der SVP-Basis geschätzt.

Wir Vertreterinnen und Vertreter der politischen Institutionen sollten solche Zeichen ernst nehmen. Andernfalls dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir auf der nach unten offenen Misstrauensskala abstürzen.

Bild: Diese Woche findet in der Schweiz die nationale Impfwoche statt (Quelle: PD)

Beitrag teilen

Kategorie: Blog Tags: Push

Reader Interactions

Kommentare

  1. Ramun G. Saluz schrieb

    9. November 2021 um 14:15

    Gegen die Missinformationen der SVP sollte man gerichtlich vorgehen können.
    Schlussendlich schaden sie der Allgemeinheit und werfen Steuergelder zum Fenster hinaus, oder bereichern sie sich damit sogar noch.
    Wie die Partei der Mitte ihren Namen wegen des C geändert Hat, sollte die SVP das V für Volk aus Ihrem Namen streichen, denn sie sind alles andere als eine Partei des Volkes. Sie sind eine Partei der Egoisten.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Primary Sidebar

Neueste Beiträge

  • Ein «Weckruf» an die Behörden? Diese sind schon lange wach!
  • Das Kopftuch und die Schule: grosses Thema, kleines Problem
  • Wir brauchen Kinder! Auch ausländische!
  • Ein Hoch auf den Lokaljournalismus
  • Von Uster nach Budapest

Neueste Kommentare

  • Manfred Brennwald bei Was uns stark macht
  • Jose Antonio Gordillo Martorell bei Das Versagen der bürgerlichen Mitteparteien
  • Markus Rohner bei Das Versagen der bürgerlichen Mitteparteien
  • Silvia Longoni bei Was mich prägt. Was mir wichtig ist.
  • Esther Krebs bei Was mich prägt. Was mir wichtig ist.

Kategorien

  • Blog

Archiv

  • Juni 2026
  • Mai 2026
  • April 2026
  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Dezember 2025
  • November 2025
  • September 2025
  • Juni 2025
  • Mai 2025
  • April 2025
  • Februar 2025
  • Januar 2025
  • Dezember 2024
  • November 2024
  • Oktober 2024
  • September 2024
  • August 2024
  • Juli 2024
  • Juni 2024
  • Mai 2024
  • April 2024
  • März 2024
  • Februar 2024
  • Januar 2024
  • Dezember 2023
  • Oktober 2023
  • September 2023
  • Juli 2023
  • Juni 2023
  • März 2023
  • Januar 2023
  • September 2022
  • August 2022
  • Mai 2022
  • März 2022
  • Februar 2022
  • Januar 2022
  • Dezember 2021
  • November 2021
  • Oktober 2021
  • September 2021
  • August 2021
  • Juli 2021
  • Juni 2021
  • Mai 2021
  • April 2021
  • März 2021
  • Februar 2021
  • Januar 2021
  • Dezember 2020
  • November 2020
  • Oktober 2020
  • September 2020
  • August 2020
  • Juli 2020
  • Juni 2020
  • Mai 2020

Footer

 

  • E-Mail
  • Facebook
  • Instagram
  • LinkedIn

Copyright © 2026 · jacqueline-fehr.blog · Blog von Jacqueline Fehr · Impressum & Datenschutzerklärung