Zum Schluss einer Woche, die politisch im Zeichen der Nachbearbeitung des bundesrätlichen Nominationsprozederes gestanden ist, liegen mir noch ein paar Bemerkungen aus Zürcher Sicht am Herzen.
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Früher war nicht alles besser
Die Klage über die Polarisierung und den Zerfall der politischen Sitten gehört zum medialen Grundrauschen. Der aktuelle Wahlkampf zeigt es wieder einmal. Tatsächlich ist das Spektrum der Positionen in der Schweizer Politik breiter geworden. Aber ist das wirklich ein Problem? Nein, ist es nicht – so lange wir das Miteinander-Reden nicht verlernen.
Wir brauchen eine gute Kirche!
Eine Untersuchung der sexuellen Missbräuche in der katholischen Kirche hat zu erschütternde Ergebnissen geführt. Diese sind eine Verpflichtung – für die Obrigkeit der katholischen Kirche und ebenso für den Staat. Es braucht zwingend eine strafrechtliche Untersuchung der Missbräuche. Nur so kann die Kirche wieder das sein, was sie sein soll und sein muss: ein guter, sicherer Ort für gläubige Menschen.
Privilegien sind keine Leistung!
Es stört mich nicht, wenn sich Politikerinnen und Politiker im Wahlkampf möglichst vorteilhaft zu präsentieren versuchen. Das gehört dazu. Es ist aber ein Ärgernis, wenn bürgerliche Kreise sich staats- und regulierungskritisch darstellen und gleichzeitig per Gesetzgebung die Privilegien optimieren, von denen ihre Wählerinnen und Wähler (und auch sie selber) profitieren. Das ist das Gegenteil von liberal.
Feiern wir die Schweiz am 12. September! Überlassen wir den 1. August den Urkantonen!
Die Schweiz braucht einen neuen Nationalfeiertag – und zwar einen, der das Heute feiert: die demokratische, föderale Schweiz. Das kann nicht das Erinnern an Rütlischwur und Bundesbrief von 1291 sein, die beide mit der modernen Schweiz nichts zu tun haben. Unser Feiertag sollte der 12. September sein. Heute vor 175 Jahren entstand «unsere» Schweiz.
It’s the property, stupid!
Ob weltweit oder hier bei uns: Die Ungleichheit ist gross und wird immer noch grösser. Wo liegt die Ursache? Ganz einfach: It’s the property! Dabei sind die Auswirkungen von Eigentum und ganz besonders von Grundeigentum kein Naturgesetz. Wir können etwas tun dagegen. Wir müssen nur wollen.






